Das schwere Gewitter am 1. August 2002

Nach 4 Tagen Hitze mit täglichen 30-32°C war es schwül geworden. Am Abend zuvor (31.7.) hätte es eigentlich schon gewittern sollen. Es gab zumindest eine Unwetterwarnung. Am Abend donnerte es dann auch, jedoch nördlich und westlich von Borsum. Dieses nicht all zu starke Gewitter brachte dem Nachbardorf Algermissen 12mm, uns jedoch nur ein paar müde Topfen gegen 23 Uhr. Es blieb es die ganze Nacht drückend schwül und die Temperatur sank nur auf 19°C. Eine schlaflose Nacht...

Gegen 12:45 Uhr am darauf folgenden Tag, dem Donnerstag (1.8.), fing es aus bedecktem Himmel an zu grummeln. Erst im Süden und schließlich überall um uns herum. Bei 25-26°C und 80% relativer Luftfeuchtigkeit brodelte die Luft. Da es ziemlich dunstig war konnte man das dichter kommende Donnergrollen keiner Wolke zuordnen. Doch durch Regenradar wusste ich, dass ein schweres Gewitter etwas weiter östlich schon vorbei gezogen war und jetzt eins genau auf uns zu zog. Es wurde dann von Südwesten auch immer dunkler und das Donnergrollen lauter. Als die Dunkelheit seinen Höhepunkt erreichte und man schon Licht brauchte um etwas lesen zu können, wurde es im Südosten wieder heller..."das muss der Regen sein", dachte ich mir und zückte die Digicam. Der Donner war nur selten und leiste, obwohl es jeden Augenblick losgehen musste. Und dann um 13:50 ging es los..mit stärksten Gewitterregen und ständigem Blitzen die Augenschmerzen bei mir verursachten, weil sie kaum wahrnehmbar in so hoher Rate zuckten. Dazu ein andauerndes Donnergrollen und jetzt auch lauterer Donner. Die Regestärke war beachtlich: Die Spitze der Regenintensität wurde mit 126,5mm/h festgehalten. Dabei lag sie aber für 5 Minuten konstant bei mehr oder weniger 120mm/h. D.h. es fallen in einer Minute 2mm (also 10mm in diesen 5 Minuten).

Die meisten Blitze lagen seltsamer Weise am Ende des Gewitters. Der Regen wurde also schwächer und ich meine Blickrichtung Süd wurde es schon wieder heller, als die lautesten Donnerschläge zu hören sind. Ich sah also noch 1 Erd- und 2 Wolkenblitze, die 500-1000m vor mir sich ihren weg durch die Luft bahnten und schon einen Augenblick später einen sehr lauten Donnerschlag (auch z.T. wie Peitschenschläge) verursachten. So laute Donner gab es in Borsum seit Juli 2000 nicht mehr als damals 30mm fielen! Höchstens das Gewitter am 10.7.02 konnte mit diesem in dieser Hinsicht knapp mithalten (dafür hatte es damals eine höhere Regenmenge und vorallem starke Böen, die diesmal fehlten).

Nun einige Bilder, die ich mit meiner neuen Digicam gemacht habe:

(Die Digitalcamera hat eine Auflösung von 1,3 Megapixel und ist nicht das beste auf dem Markt (dafür aber günstig), deshalb bitte ich die manchmal verwackelten und nicht sehr scharfen Fotos zu entschuldigen)

Ganz so dunkel, wie es hier aussieht war es kurz bevor es losging natürlich nicht, aber man kann die helle Wand sehen, die aus Regen besteht und weiter oben zitiert wird.
Hier regnet es mit über 120mm/h! Das Wasser haut über die Dachrinnen...
Nicht so gut zu erkennen, aber das Wasser fließt in verschiedenen Farben in unseren Gulli. Grau von da wo Kies ist und schwarz von da wo Erde ist (man kann den Beton nicht mehr rechts vom Gulli wegen des undurchsichtigen Wasser sehen). Sah echt geil aus. Kurzzeitig bildete sich sogar trotz neuer großen Abflussröhren ein kleiner See über dem Gulli.
Hier noch einmal der Regen (schärfer, dafür aber auch nicht so stark)
Alles ist durch den Regen vernebelt. Die Sicht liegt bei 200 Metern.
Nach dem Gewitter. Unser Nachbarhof. Dieser Gulli hat 3 Wochen alte Abflussröhren und trotzdem...
So wie hier, übersprang das Wasser während dem Gewitter viele Gullis.
Hier kommt mir schon das Wasser entgegen, dass bei dem Gewitter die ganze Straße flutete...
Der Borsumer Abfluss. Das Rohr war kurz zuvor fast bis an die Decke voll (noch nicht gesehen)
Etwas weiter unten am Abflussgraben
So sah das Feld vor 2 Wochen schon einmal aus, als es fast 100mm regnete...
Problemfall Lange Straße - kleiner Bericht
Die Lange Straße kommt direkt vom höchsten Hügel in der Umgebung (dem Hogesberg, 107m) ins Dorf hinein...
Und bei dem Gewitter kam das Wasser als straßenbreiter Bach hier runter und machte weiter hinten im Bild aus der Straße einen 30cm tiefen See...

(Die Autos dort biegen nur ab, weil die Straße gesperrt ist)

der genau hier war. (dies sind die Überreste)

Auf 50 Metern Länge war hier die Straße unpassierbar und "auch die Fußwege 10cm unter Wasser", erzählten mir Anwohner.

Leider war das Wasser schon fast wieder abgeflossen als ich kam, aber die Blitze ließen mich nicht früher.

Bei diesem Mann kam das Wasser 20cm tief in seine Garage und auch in seine Wohnung ins Erdgeschoss.

(die Platten rechts zeigen den höchsten Wasserstand)

Auch dieser Vorhof auf der anderen Straßenseite wurde samt Haus und Garage vom Wasser, das die Straße herunter kam in Minuten geflutet!

(man bedenke, dass das Wasser schon bis zu 30 cm höher stand...)

Auch Gullis flogen heraus, da das Wasser zurück staute!
Die Feuerwehr pumpte viele Gullis aus und danach u.a. die Volksbank, wo das Wasser aus den Toiletten kam und die Massagepraxis Auras!

Aber viele Kellerbesitzer mussten erst einmal selber pumpen. Am schlimmsten in Borsum betroffen war dabei neben des gerade geschilderten auch die untere Denkmalstraße und die untere Martinstraße.

Copyright by Denis Möller